Hallo Tanja,
ich habe mich in dem Film durchaus auch öfter selbst wiedergefunden, weil ich mich genauso an den kleinen Dingen erfreuen kann.
Nur sehe ich die große Gefahr, dass so ein Film die Menschen einlullt und Ihnen vorgaukelt, dass die Welt doch so schön ist und alles in Ordnung ist. In Wirklichkeit frisst, säuft und feiert sich die Menschheit langsam ihrem Ende entgegnen und durch rücksichtlose Wirtschaftsinteressen werden die allerletzten Reste der Natur unwiederbringlich zerstört.
Das Fotografieren schöner Dinge mag gut sein (ich habe auch zigtausende solcher Fotos), aber das hilft uns/der Menschheit keinen Deut weiter. Statt selbstverliebter Betrachtungsweise durch die rosarote Brille und intensiver Bemühungen um irgendwelche dubiosen Selbstfindungen im Ego-Trip hilft uns in Wirklichkeit nur soziales Engagement für die Natur und/oder für Mitmenschen. Das jedenfalls ist das Fazit meines nun schon länger andauernden und teilweise sehr bewegten Lebens.
Und wenn wir uns anschließend zurücklehnen und uns an kleinen Dingen des Lebens erfreuen, dann geht das völlig in Ordnung und es wird noch sehr viel intensiver sein.
Noch ein Wort zur Kommerzialisierung: Hier wird mit den Gefühlen der Menschen und der Vorspiegelung falscher Tatsachen Kasse gemacht. Das ist zwar legal, aber einigermaßen kritische Menschen sollten darauf nicht reinfallen.
Diese Worte klingen zwar sehr hart (und in Wirklichkeit bin ich genau das Gegenteil), aber ich habe mir den Smalltalk abgewöhnt und wenn ich schon mal rede, dann versuche ich, Tachles zu reden. Aber wahrscheinlich bin ich genau deswegen hier auch im falschen Forum …
Annemarie – reicht dieses Lüpfen des schweigenden Vorhangs …?
Schöne Grüße und nix für ungut
meint Joachim